Üble Abzocke bei Mietfahrzeugen
Eine üble Abzocke scheint sich unter manchen Autovermietern breit zu machen. Angesichts des Konkurrenzdruckes werden arglose Kunden gemein über den Tisch gezogen.
So passierte es einer Mandantin:
Um die Mietwagenkosten gering zu halten, ließ sie sich vom Versicherer des Schädigers ein Mietwagenunternehmen empfehlen, damit es keine Probleme bei der Abrechnung gebe. Der Versicherer erklärte, dass der Vorteil, einen seiner Vertragspartner zu nehmen, auch darin liege, dass die Rechnung unmittelbar vom Versicherer übernommen werde und das Fahrzeug vor die Haustüre gestellt und dort wieder abgeholt werden würde.
Das Fahrzeug wurde auch zur Wohnung der Mandantin geliefert, war sogar ein oder zwei Nummern größer als vereinbart. Sie zahlte € 50,00 Kaution fürs Tanken. Eine Fahrzeugbesichtigung wurde nicht vorgenommen. Soweit, so gut.
Bei der Abholung gab es erste Probleme, weil die Abholtermine nicht eingehalten wurden.
Dann kam der Abholer, ein jüngerer Mann mit anmaßendem Auftreten, der das Fahrzeug nahezu "mit der Lupe" überprüfte. Er nahm sogar Speichel und verrieb diesen am Fahrzeug, um so angebliche Kratzer sichtbar zu machen. Übliche Gebrauchsspuren wurden so zu angeblichen Schäden hochstylisiert und er wurde immer dreister und mäkelte herum, das Auto sei erheblich beschädigt, die Mandantin müsse die Kosten tragen. Sie werde noch sehen, was auf Sie zukäme...
Natürlich weigerte er sich, die Kaution zurück zu bezahlen, weil die Mandantin ja angeblich das Fahrzeug erheblich beschädigt hätte.
Bereits am nächsten Tag wurde die Mandantin von der Autovermietung in rüdem Tone angerufen und angepöbelt, dass sie die von ihr verursachten Schäden zu bezahlen habe. Am nächsten Tag erhielt sie eine Rechnung über € 135,00 wegen "Schadenbelastung". Um welche konkreten Schäden es sich angeblich handeln soll, wurde natürlich nicht erwähnt.
Es ist zu befürchten, dass diese dreiste Abzocke zu einem betrügerischen System gehört, mit dem sich leicht sehr viel Geld verdienen lässt.
Es wird viele Kunden von derart unseriösen Autovermietungen geben, die keinen Ärger wollen und bei einem Gesamtschadensvolumen von vorliegend € 185,00, wollen sich viele Kunden nicht streiten und bezahlen. Zumindest verzichten vermutlich viele auf die Rückzahlung der € 50,00 Kaution.
Da die Autovermietung ein Massengeschäft ist, kann man nur spekulieren, wie viele Millionen sich mit dieser betrügerischen Abzocke verdienen lassen.
Der Mandantin habe ich geraten, Strafanzeige zu erstatten.
Betroffene Kunden sollten sich unbedingt wehren!
Außerdem sollten die betroffenen Kunden sich bei Automobilclubs, Autofachzeitschriften und zuständigen Fernsehredaktionen erkundigen, ob dort solche oder ähnliche Maschen bekannt sind. Erst dann, wenn sich möglichst viele Betroffene bei Automobilclubs und Redaktionen von Autozeitschriften und Fernsehsendern melden, kann man sich ein Bild über das Schadensausmaß machen und die Justiz kann den Opfern leichter helfen. Wenn die Betrugsmasche als solche entlarvt und bekannt ist, werden sich die betrügerischen Abzocker überlegen, bei zu erwartenden Betrugsverfahren und Zivilprozessen ihre schäbige, kriminelle Masche weiter zu praktizieren.
Wer sich ein Fahrzeug anmietet, sollte es bei Übergabe gründlich ansehen und jeden Kratzer schriftlich festhalten und sich vom Vermieter unterschreiben lassen und bei der Rückgabe einen Zeugen dabei haben und nichts unterschreiben, was er nicht wirklich selbst festgestellt hat.
Rechtsanwaltskanzlei
Dr. iur. Thomas Etzel
